Grundschule Marsberg wagt Neuanfang

Die Grundschule am Burghof in Marsberg wird zum Schuljahr 2026/27 ihr pädagogisches Konzept umfassend verändern. Hintergrund sind der steigende Bedarf an Plätzen im Offenen Ganztag (OGS), der gesetzliche Anspruchauf Ganztagsbetreuung sowie begrenzte räumliche Möglichkeiten.

Die wichtigsten Änderungen sind:

  • Hausaufgaben werden durch Lernzeiten ersetzt. Diese finden überwiegend am Vormittag statt und werden gemeinsam von Lehrkräften und OGS-Mitarbeitenden begleitet. Dadurch sollen die Kinder individueller unterstützt und Familien entlastet werden.
  • Für Kinder mit besonderem Förderbedarf wird eine „Lernoase“ eingerichtet, in der sie in kleinen Gruppen gezielt unterstützt werden.
  • Themenräume statt fester Gruppenräume: Die bisherigen Klassenräume werden durch Räume mit unterschiedlichen Schwerpunkten ersetzt, beispielsweise für Kreativität, Rollenspiele, Bauen, Bewegung oder Ruhe. Die Kinder können je nach Interesse wählen und werden von festen pädagogischen Fachkräften begleitet.
  • Mehr Zeit für Freizeit und persönliche Entwicklung: Da nachmittags kaum noch Hausaufgaben anfallen, soll mehr Zeit für freies Spielen, kreative Projekte, Bewegung und Naturerlebnisse bleiben. Geplant sind unter anderem Waldspaziergänge, eine Garten-AG sowie Kooperationen in den Bereichen Kunst, Musik, Fußball, Tennis, Bouldern und Schach.
  • Stärkere Zusammenarbeit mit den Eltern: Über die Schulhomepage und regelmäßige Gespräche sollen Eltern kontinuierlich über die Umsetzung des Konzepts und die Entwicklung ihrer Kinder informiert werden.

Die Schulleitung sieht in dem neuen Konzept nicht nur eine Antwort auf organisatorische Herausforderungen, sondern auch eine pädagogische Chance. Ziel ist es, Selbstständigkeit, soziale Kompetenzen und Selbstvertrauen der Kinder zu fördern.

Außerdem bereitet die Stadt Marsberg den Ausbau der Grundschulen für den wachsenden OGS-Bedarf vor. Dazu gehören Erweiterungen an zwei Grundschulen sowie Umbauten von Mensa und Küche an einer weiteren Schule. Bis zum Schuljahr 2029/30 wird erwartet, dass 65 bis 70 Prozent der Grundschulkinder einen OGS-Platz nutzen werden.